Soja auf deutschen Äckern

von Elisabeth Torge

Ein Jahr ist es her, seit der Bio-Tofuhersteller Taifun gemeinsam mit der Uni Hohenheim „1000 Gärten – Das Soja-Experimentstartete. Das Ziel der Initiative: die Züchtung neuer klimatisch angepasster und für die Tofuherstellung geeigneter Sojasorten, um den Sojaanbau in Deutschland voranzutreiben. Eine hierzulande einzigartige Studie, an der sich über 2.400 Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte beteiligten. Von den Bayerischen Alpen bis zur Waterkant haben sie im vergangenen Jahr fleißig gesät, gejätet und dokumentiert. Im Zeitraum September bis Oktober war schließlich Erntezeit: Letztendlich haben 1.300 Gärtner 15.000 Sojaproben an die Uni Hohenheim geschickt. Die rege Teilnahme und das Engagement der Gärtner haben die Erwartungen von Taifun und der Uni Hohenheim bei Weitem übertroffen.

Nachdem die Wissenschaftler die Sojabohnen entpackt und sortiert hatten, wurden sie auf wertvolle Inhaltsstoffe, wie Eiweiß- und Ölgehalt, untersucht. Parallel dazu werteten die Forscher die Daten aus, die die Gärtner zum Vegetationsverlauf gesammelt haben. So hatten die Gärtner beispielsweise die Blütenfarbe, Pflanzenhöhe und die Reifezeit der Sojabohnen dokumentiert. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer haben ihre Daten eingegeben und online an die Uni Hohenheim übertragen.

Eines der wichtigen Ziele für die Forscher war es, frühreife Sojalinien zu identifizieren, also Pflanzen, die schneller reifen und somit auch für den Anbau in Regionen Deutschlands geeignet sind, in denen der Sommer kürzer und kühler ausfällt. Bei der ersten Analyse konnten sogar mehrere frühreife Sojastämme ausfindig gemacht werden. „Diese werden wir dieses Frühjahr noch einmal anbauen, um den Ertrag der Sojapflanzen zu vergleichen“, so Dr. Volker Hahn von der Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim. Generell gilt bei den Sojapflanzen: Je wärmer die Temperaturen, desto früher sind die Sojabohnen reif. Nach ersten Auswertungen lässt sich erkennen, dass sich das Rheintal, aber auch östliche Regionen Deutschlands rund um Berlin, Leipzig und Magdeburg sowie das Donautal in Bayern aufgrund milder Temperaturen besonders gut für den Anbau der Sojastämme eignen.

Auch besonders eiweißreiche Sojabohnen wurden identifiziert: Einige der getesteten Sojalinien haben einen Proteingehalt von 43-45 Prozent. Damit liegen sie über den üblichen 40 Prozent und haben einen idealen Proteingehalt für die Tofuherstellung. Ob sich aus den vielversprechenden Linien mit hohem Eiweißgehalt tatsächlich schmackhafter Tofu herstellen lässt, prüft nun der Freiburger Bio-Tofuhersteller Taifun: In der hauseigenen Labortofurei werden die geernteten Sojabohnen derzeit zu Mini-Tofus verarbeitet und entsprechend ihrer sensorischen Qualität getestet.

Und wer weiß: Vielleicht wachsen die Sojapflanzen aus dem 1000 Gärten Projekt auch bald bundesweit auf unseren Äckern. Die Idee beliebte Exoten, wie die Sojapflanze, in Deutschland heimisch zu machen finden wir großartig. Das ist einer von vielen Gründen, warum es uns so viel Freude bereitet hat, Taifun bei der Pressearbeit für 1000 Gärten zu unterstützen.

 

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